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Ich bekam vor einigen Tagen zu hören „Warum soll ich meine Azubis motivieren? Es reicht mir schon, wenn sie nicht demotiviert sind.“

Puhh, der Handwerksmeister hatte noch nicht verstanden was es heißt Azubis positiv zu beeinflussen. Dein Mitarbeiter und auch dein Azubi bringen von sich aus schon eine große Motivation mit – sonst würden sie morgens nicht bei dir „auf der Matte stehen“.

Allerdings gelingt es machen Handwerksmeistern schon bei Arbeitsbeginn, diese Motivation wieder zunichte zu machen.

Wie? Es reicht schon, wenn du als Chef mit einer „miesen Laune“ deinen Mitarbeitern gegenübertrittst und sie für die anstehenden Projekte des Tages einteilst. Du duldest in dem Moment keine Wiederrede und brauchst dich nicht zu wundern, wenn dir den ganzen Tag alle aus dem Weg gehen und schauen, dass sie dich so wenig wie möglich zu Gesicht bekommen.

Dass es für dieses Verhalten keine Entschuldigung gibt, sollte dir klar sein. Wenn nicht, zweifle ich echt an deinen Führungsqualitäten. Denn auch wenn es dir noch so dreckig geht und du miese Laune hast, weil dich ein Lieferant hängen lässt oder ein Kunde auf die fristgerechte Lieferung pocht und dies Überstunden bedeutet: Weder deine Lehrlinge noch deine Mitarbeiter können etwas dazu und haben es nicht verdient derart behandelt zu werden.

Wertschätzung ist das A und O einer guten Zusammenarbeit!

Damit dir so etwa nicht mehr passiert, zeige ich dir wie du deine Azubis und Mitarbeiter garantiert demotivierst.

Was ist Motivation und wie entsteht sie?

Motivation kommt vom lateinischen Wort „movere“ also bewegen, antreiben.

Du kennst sicherlich aus deiner Meisterausbildung die Bedürfnispyramide von Maslow:

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur wenn die unteren Bedürfnisse gestillt werden, kann die nächst höhere Stufe erreicht werden.

Der Neurobiologe Joachim Bauer meint hierzu:

„Alle Ziele, die wir im Rahmen unseres normalen Alltags verfolgen, sei dies die Ausbildung oder den Beruf betreffend, seien dies finanzielle Ziele, Anschaffungen etc., alles hat aus der Sicht unseres Gehirns einen einzigen, meist unbewussten tiefen ´Sinn´. Mit allem zielen wir letztlich auf zwischenmenschliche Beziehungen, welche wir erhalten oder neu erwerben wollen.“

Deine Mitarbeiter und Lehrlinge wollen also mit dir in Beziehung treten. Wie kannst du die aktuelle Generation von Azubis motivieren oder somit auch demotivieren?

Dazu musst du zunächst wissen, was den heutigen Jugendlichen im Leben wichtig ist.

Laut der aktuellen McDonald’s Ausbildungsstudien 2017 mit der 15- bis 24jährige Jugendliche befragt wurden haben sie folgende Lebensziele:

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie du siehst, stehen mit 73 % „gute Freunde haben“ die sozialen Kontakte im Vordergrund. Gleich gefolgt von der Gesundheit und der Familie. „Einen Beruf haben, der mich erfüllt und Spaß macht“ steht immerhin noch bei 61 % der befragten Jugendlichen im Vordergrund. Wobei auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes von 55 % genannt wurde.

Daher ist es sehr wichtig, dass du auf deine Lehrlinge eingehst. Beantworte nicht nur die Fragen, die sie stellen, sondern auch die Fragen die sie sich nicht trauen zu stellen.

Zeige ihnen, dass du auch Interesse an ihnen persönlich hast. Versuche ihnen den Druck der eigenen Erwartungshaltung zu nehmen. Wenn die Jugendlichen das Gefühl haben „das schaffe ich nie“, dann schaffen sie es auch nicht. (Murphys Gesetz) Motiviere sie kleine Schritte zu machen, wenn der Berg zu groß ist. Und lobe deinen Lehrling für kleine Erfolge!

Laut der Studie sind es 55 % der Jugendlichen, die einen sicheren Arbeitsplatz haben möchten. Nach meiner Erfahrung aus den jüngsten Bewerbungsgesprächen ist die Quote inzwischen sogar höher. Bei der Nachfrage, warum das den Bewerbern wichtig ist, höre ich dann „arbeitslos sein ist nicht so schön. Da geht der Tag nicht rum.“ Das klingt für mich auch danach, dass sie einen Sinn suchen, bei dem was sie tun.

Spaß haben ist für Jugendliche nicht gleichbedeutend mit „tun und lassen was man will“, aber auch hier kommt der Sinn bei dem was man tut hoch. Den Jugendlichen Aufgaben zu geben, damit sie beschäftigt sind und die Teile dann später wegwerfen, frustriert in hohem Grad!

Natürlich ist es wichtig, dass Lehrlinge an Arbeitsstücken versuchen entsprechende Techniken zu üben, die für den Beruf notwendig sind. Aber bitte so, dass es in ein kleines Projekt eingebettet ist, das sie anschließend mit nach Hause nehmen und den Eltern zeigen können. Sie wollen schließlich stolz präsentieren, was sie gelernt haben und gelobt werden.

Und da haben wir schon den nächsten Demotivationsfaktor – Mangelnde Anerkennung. Hier in Franken heißt es immer noch „nix g`sacht is` genug gelobt“ – VORSICHT! Auch du freust dich, wenn dich ein Kunde für deine Arbeit lobt. Oder etwa nicht?

In der McDonald’s Ausbildungsstudien 2017 gibt es noch eine interessante Auswertung für dich. Die Jugendlichen 15- bis 24jährigen wurden nach ihren Erwartungen im Beruf befragt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deine Lehrlinge und auch deine Mitarbeiter geben jeden Tag ihr bestes, damit sie dich und deine Kunden zufrieden stellen und die vereinbarten Termine auch einhalten. Bei einem ehrlichen Lob deiner Lehrlinge und Mitarbeiter „brichst du dir keinen Zacken aus deiner Krone“. Regelmäßiges Lob und Anerkennung der Leistungen sollten dazu gehören wie das tägliche Händewaschen. Du siehst anhand der Studie, dass das für 39 % der Jugendlichen besonders wichtig und für 52 % immer noch wichtig ist. Achtung! Nur wenn du es auch wirklich ehrlich meinst, kommt das beim Mitarbeiter an und übertreibe es nicht. Wenn du von heute auf morgen jeden Handgriff lobst, werden die Lehrlinge und Mitarbeiter eher misstrauisch und glauben dir dein Lob nicht mehr.

Gerade in der momentanen Hochphase in der du Aufträge bis unters Dach hast, musst du den Termindruck deiner Kunden an deine Mitarbeiter und Lehrlinge weitergeben, damit alles rechtzeitig fertig wird. Andererseits macht permanenter Druck, also über einen längeren Zeitraum, jede gute Kommunikation und Motivation kaputt und es wird im Team zu Spannungen kommen.

Daher nimm dir mit deinem Team Auszeiten und feiere Meilensteine die ihr geschafft habt (Abschluss eines größeren Projektes). Es ist wichtig, dass du dein Team dabei mitnimmst, damit ihr auch weiterhin an einem Strang zieht.

Wenn du eine weitere Möglichkeit suchst, wie du Mitarbeiter und Lehrlinge demotivieren kannst, dann gebe ihnen keine Chance sich weiter zu entwickeln oder aufzusteigen. Du strebst auch das nächste Ziele an. Sei es einen bestimmten Kunden endlich an Land zu ziehen oder den Auftrag für ein Prestigeprojekt zu bekommen. Auch dein Team will sich weiter entwickeln, damit es mit dir mithalten kann. Wenn du das vernachlässigst, werden die Mitarbeiter mit der Zeit immer weniger motiviert sein.

Hast du deine Mitarbeiter schon mal vor vollendete Tatsachen gestellt? Es gibt viele Handwerksmeister, die verstanden haben, wie wichtig es ist das eigene Team in größere Entscheidungen mit einzubeziehen. Nicht nur weil es motiviert. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die sogenannte „Schwarmintelligenz“ viel bessere Ergebnisse bringt. Nutze das Potential deiner Mitarbeiter – aller Kollegen – auch der Lehrlinge/Azubis. Mach ein Brainstorming um die richtigen Lösungen zu finden, wenn es um ein Thema geht, bei dem alle an einem Strang ziehen müssen. Du wirst erstaunt sein, welche guten Ideen und Ergebnisse in wesentlich kürzerer Zeit entstehen. Ich erlebe das immer wieder in meinem eigenen Arbeitsteam oder bei meinem Coaching externer Teams. „Gemeinsam sind wir stark.“ Heißt die Devise.

Hier noch mal zusammengefasst, wie du deine Lehrlinge oder Azubis aber auch dein gesamtes Team demotivierst:

  • Schlechte Laune des Chefs
  • Keine Wertschätzung
  • Kein ehrliches Lob
  • Sinnlose Aufgaben
  • Mangelnde Anerkennung
  • Permanenter Druck
  • Kein Feiern der gemeinsamen Erfolge
  • Keine Chance sich weiter zu entwickeln
  • Vor vollendete Tatsachen stellen

Als Handwerksmeister hast du viele Dinge gleichzeitig zu beachten. Wenn Du einen Sparringspartner brauchst oder etwas ändern willst, dann melde dich bei mir und vereinbare einen Termin.

Gerne nehme ich mir 20 Minuten Zeit, deine Situation, Ziele und Probleme in Bezug auf deine Azubis und dein Team besser kennenzulernen.

Im Laufe dieses Gespräches finden wir heraus, ob wir zueinander passen und ob ich dir bei der Erreichung deiner Ziele helfen kann.*

*Telefonisch oder per Skype

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Bis bald.

 

 

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